Teil 5 Weltfrauenzeit

Es macht mich nicht stolz, das zu konstatieren, aber fast dreiviertel der Menschen, die zurzeit den Laden am Laufen halten, sind Frauen. Während viele von uns Männern noch dem abgesagten Bundesligabetrieb hinterherheulen, sind es unsere „besseren Hälften“, die Masken nähen, Alte und Kranke pflegen oder im Supermarkt an der Kasse sitzen. Dieses Phänomen gab es übrigens schon einmal in ähnlicher Form: Nach dem 2. Weltkrieg nannten wir diese Generation „Trümmerfrauen“. In Coronazeiten nenne ich sie „Kümmerfrauen“!

Dreiviertel Frauen! Hey Männer, das lassen wir doch nicht auf uns sitzen! Es ist Halbzeit und wir liegen 1:3 zurück. Wo haben wir denn noch  Männerdomänen? Da wären die auf fallende Börsenkurse wettenden Hedgefonds Manager (Hol euch der Teufel), DAX-Vorstände und Aufsichtsräte: pfeift auf eure Boni und spendet einen Teil eures Salärs (viele Fußballstars tun das schon längst).

Ihr Handwerker: wenn ihr das nächste Mal zu einer Kundin müsst, um die Heizung zu reparieren: bringt einen Strauß Blumen mit und spendiert die Anfahrtskosten. In dem Zusammenhang hier einer meiner All-Time-Lieblingswitze: „Wie nennt man einen Malerbetrieb, der nur Vorkasse akzeptiert? Malen nach Zahlen!“

Ihr Couchpotatoes, deren einziges Erfolgserlebnis es in den letzten Wochen war, Klopapier zu hamstern (so entstand wohl der Ausdruck „Klugscheisser”): tragt doch mal den Müll (getrennt bitte!) runter und lasst euch die Funktionsweise von Putzeimer und Bügelbrett erklären! Also Männer: Nur wenn wir alle gemeinsam anpacken, steht es am Ende unentschieden und wir schaffen es in die Verlängerung.

Wer in diesen Tagen nicht zum Feminist wird, hat zu lange Call of Duty gespielt. Also liebe Geschlechtsgenossen, wir sind mehr als turtelnde Testosterondruiden! Gewöhnen wir uns ab dem heutigen Tag an ein paar Sätze, die wir bisher vielleicht noch nie zu unseren Schätzen gesagt haben. Hier meine fünf Vorschläge:

Satz Nr.5: „Ich muss die Sky-Konferenz nicht sehen. Möchtest du mal auf die Couch?“

Satz Nr.4: „Also die Landschaft in diesen Rosamunde Pilcher Filmen ist ja wirklich grandios!“

Satz Nr.3: „Nein, bleib liegen, ich bringe dir den Kaffee ans Bett.“

Satz Nr.2: „Ach da ist die Spülmaschine!?“

Und wem das alles noch zu viel ist, dem empfehle ich den wirkungsvollsten Satz jeder glücklicher Beziehung:

„Schatz, wie war dein Tag?“

Wer diese empathischen Hürden genommen hat, kann sich immer noch belohnen mit dem Konsum von „Pornhub“, einem Internet-Sammelsurium dialogarmer Filmchen, dargeboten von Astralkörpern in chronischer Textilarmut. Denn genau dieses nicht Grimmepreis verdächtige Konvolut der Leibesübungen hatte im Virenfrühling seinen Premiumkanal freigeschaltet. Ich wusste das selber nicht, ein Freund hatte es mir erzählt. Dort könne ein jeder seinen handwerklichen Talenten frönen. Aber unter uns: solch ein autogames Abschweifen ist eigentlich doch gar nicht nötig.

Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen: wer sich ein wenig um seine Partnerin „kümmert“, bekommt häufig mehr zurück als ihm lieb ist.

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Brüske Von der Kolumne zum ersten Buch
Herzlichen Dank an Hans-Werner Klinkhammels vom General-Anzeiger